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Mittwoch, 20. November 2013

Chronische Erschöpfung : Multimodale Therapie bei chronischem Erschöpfungssyndrom, Burnout und Depressionen

Da die Ätiologie des CME bzw. Chronischem Erschöpfungssyndrom bisher nicht endgültig geklärt ist, geht man von einem Zusammenwirken biologischer Faktoren bzw. einer entsprechenden Disposition mit vorausgehenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren aus.

Eine übliche, rein medizinische Behandlung und unspezifische Unterstützungsmaßnahmen haben sich bei diesem Krankheitsbild als nicht wirksam erwiesen. Dies gilt auch für die häufig gewählte anhaltende Schonung und eine Anpassung an das durch die Erschöpfung bestimmte Befinden bei CFS, da hierdurch eher eine Ausweitung und Verschlechterung bedingt wird.

Nach überwiegender Einschätzung der Fachleute ist daher eine stationäre Behandlung mit Angeboten aus dem sporttherapeutischen, krankengymnastischen und psychotherapeutischen Bereich zielführend bei diesem Krankheitsbild.

Grundlage einer multimodalen Behandlung bei chronischer Erschöpfung ist dabei eine graduierte körperliche Aktivierung (engl. „graded exercise therapy GET) mit sporttherapeutischen bzw. krankengymnastischen Behandlungen bzw. einer Anpassung des Aktivitätsniveaus an die Energiereserven (sog. Adaptive Pacing Therapy APT), die die Betroffenen darin unterstützt, ihre Aktivitäten einzuteilen und Prioritäten zu setzen, um Erschöpfungssyndrome zu reduzieren.
Häufig sind hier sowohl Selbststeuerungsprobleme (im Sinne einer ADHS-Konstitution) wie auch Schlafstörungen zu berücksichtigen.

Auch Soziale Ängste bzw. Depressionen und somatoforme Begleitstörungen wie Tinnitus oder Schmerzsyndrome sind häufig. Hier ist von einer Stressverarbeitungsstörung bei hoher Reizoffenheit bzw. Sensibilität auszugehen.

Dies wird dann mit kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapieansätzen kombiniert, die sich in systematischen Metaanalysen als besonders wirksamen bei der CFS herausgestellt haben.
Aufgrund der Chronifizierung der Symptomatik wäre dann die Vorbereitung supportiver psychosozialer Therapiemöglichkeiten mit Hilfe des Sozialdienstes erforderlich.

Dienstag, 6. September 2011

Depressionen, Schlafstörungen und mehr

Mehr als jeder 3. Europäer leidet an einer behandlungswürdigen psychischen Störung. Das ist zumindest das Ergebnis einer Untersuchung von Prof. Wittchen der TU Dresden. Da jetzt auch ADHS bei Kindern und Erwachsenen und Schlafstörungen in die Verlaufsuntersuchungen einbezogen wurden, stieg die Häufigkeit so formal von 27 auf 3ben 38,2 Prozent der Bevölkerung. Andere Störungen seien nicht unbedingt häufiger geworden, abgesehen vielleicht von Demenzerkrankungen.

Die Hitliste der Erkrankungen sind demnach :
1. Angststörungen mit einem Anteil von 14 Prozent der Allgemeinbevölkerung
2. Schlafstörungen mit geschätzten 7 Prozent
3. Unipolare Depressionen mit 6,9 Prozent Prävalenz in der Bevölkerung
4. Psychosomatische Störungen mit 6,3 Prozent
5. Alkohol- und Drogenabhängigkeit mit über 4 Prozent
6. Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen ADHS mit 5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen
7. Demenz 1 Prozent bei 60-65 Jährigen und bis 30 Prozent der über 85

Montag, 1. Januar 2007

Cyberchondrie - Wenn das Internet krank macht

Immer mehr Menschen nutzen das Internet um nach gesundheitsbezogenen Informationen zu suchen. Zahlen aus den USA sprechen von 136 Millionen Usern, die im Internet im Bereich Gesundheit suchen. Soweit kein Problem. Für Menschen mit gesundheitsbezogenen Ängsten und Unsicherheiten =Hypochondrie kann es aber auch zu Problemen führen. Durch die neuen Möglicheiten des Mediums Internet scheinen sich die Möglichkeiten irreführende oder zumindest vom Patienten falsch verstandene Botschaften auch krankhaft zu verarbeiten deutlich zu erhöhen. Hierfür wurde der unschöne Begriff "Cyberchondria" oder Cyberchondrie geprägt.

Trotz zahlreicher Bemühungen "Qualitätssiegel" für medizinische Internetseiten zu etablieren, erreicht man damit doch nur sehr grobe Bewertungsmaßstäbe für gute medizinische Webseiten (z.B. von der HON - Initiative). Aber die Nutzer des Internets kennen diese Richtlinien kaum bzw. werden eben eher nach Suchpositionen im Internetsuchmaschinen zu Seiten geleitet, die eindeutig wirtschaftliche Interessen verfolgen. Somit sind die dort präsentierten Informationen häufig einseitig und schüren bewusst gesundheitsbezogene Ängste oder eine Skepsis gegenüber Ärzten. Das Interesse der Betreiber der Seiten ist eindeutig : Statt sich seinem Arzt oder Apotheker anzuvertrauen werden angeblich sichere Nahrungsergänzungsmittel oder obskure Therapiemethoden angepriesen, die angeblich von der Schulmedizin verkannt werden. Diese widersprüchlichen Darstellungen verunsichern die Betroffenen zunehmend. Sollte man denn "neuen Methoden" nicht wenigstens eine Chance geben? Nun, man könnte es ja als Ergänzung hinnehmen, wenn eben nicht gerade durch die Fehlinformationen die Unsicherheit und damit Angst vor Fehlbehandlungen oder unheimlichen Krankheiten eine Hypochondrie weiter schüren würde.

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