Mittwoch, 2. Mai 2007

Nikotin als Medikation

Schon lange ist es bekannt, dass Menschen mit psychiatrischen Problemen wie Schizophrenie, bestimmten Formen von Hyperkinetischem Syndrom, Alzheimer oder anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen vermehrt Rauchen. Und dies tun sie offenbar auch als eine Form der "Selbstmedikation" und nicht unmittelbar deshalb, weil die Zigaretten nun so toll schmecken oder einen Genuss darstellen würden. So ist es wenig überraschend, dass Patienten in der Psychiatrie zu über 2/3 Raucher sind. Das ist insofern auch von Bedeutung, da das Nikotin in den Zigaretten z.T. an den gleichen Botenstoffsystemen ansetzt, wie therapeutisch verordnete Medikamente.

Ein Ansatz ist es nun, Medikamente mit Wirkung an den nicotinergen Rezeptoren im Gehirn zu entwickeln, die nicht die suchterzeugende Wirkung bzw. bekannten Gesundheitsrisiken aufweisen. Hierzu wurde jetzt eine weitere Untersuchung an Nikotinrezeptoren bekannt, die erste anekdotische Berichte stützen. Nun wäre es aus meiner Sicht verfrüht, schon von neuen Therapeutika zu sprechen. Zunächst werden weitere Untersuchungen erforderlich sein. Aber in der Zukunft könnte es durchaus sein, dass man Konzentrationsprobleme und innere Unruhe effektiver mit Medikamenten als mit Zigaretten therapiert.
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