Samstag, 1. März 2008

Serotonin bei Frauen und Männern

Eine schwedische Doktorarbeit beschreibt einmal mehr Unterschiede bei den Botenstoffen im Gehirn zwischen Männern und Frauen. Serotonin spielt u.a. bei Depressionen, dem prämenstruellem Syndrom aber auch Angststörungen oder Essstörungen eine besondere Rolle. Die Untersuchung konnte nun zeigen, dass einige der wichtigeren Serotonin-Rezeptoren im Gehirn bei Frauen anders vorhanden sind. Dabei zeigten sich zusätzliche Unterschiede bei Frauen, die ein prämenstruelles Syndrom aufwiesen.

In der klinischen Praxis weisen Medikamente, die an diesem System angreifen - die SSRI - besonders bei Frauen häufiger eine positive Wirkung auf. Gerade weil im Augenblick die generelle Sinnhaftigkeit der Antidepresiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer angezweifelt wird, sprechen diese Ergebnisse dafür, dass man die Wirkung von Medikamenten bei Frauen und Männern getrennt untersuchen sollte.

Sex Differences In The Brain's Serotonin System

Sonntag, 3. Februar 2008

Lernprobleme und Aufschieberitis bei Studenten mit ADHS

Bei Audimax (online bzw. in der Dezemberausgabe der Studentenzeitschrift) ist ein Interview mit mir veröffentlicht, dass sich mit den Lern- und Studienproblemen von ADHS-Studenten beschäftigt.
Studieren mit ADHS wird ja vielleicht von einigen Ärzten noch als "unmöglich" angesehen, da für viele Psychiater ein Abitur bei Vorliegen eines Hyperkinetischen Syndroms gar nicht möglich erscheint. Nach meiner Erfahrung ist es aber eher so, dass gerade intelligentere Schüler lange Zeit Defizite "kompensieren" können. Sei es durch viel häufigeres Auswendiglernen oder aber eben auch durch intuitives Erfassen des Stoffes. Mit zunehmenden Anforderungen an Selbstorganisation und eigene Planung des Studienstoffes treten dann aber die typischen Probleme auf. Häufig stehen dann eher depressive Symptome bzw. starke Stimmungsschwankungen, Antriebsmangel oder aber auch starke Wut und Anspannung im Vordergrund der Symptome. Gerade wenn stark wechselnde Diagnosen (einschliesslich Persönlichkeitsstörungen) und jahrelange Therapiebemühungen frustran verlaufen, sollte man auch an ADHS bei einem Studenten denken. Bei Frauen auch immer häufiger Essstörungen (Bulimie, Binge eating Störung aber auch Adipositas). Da denken dann die wenigsten an eine entsprechende Problematik.

E-Zigarette : Hightec oder Aprilscherz ?

Im Deutschen Ärzteblatt wird eine sog. E-Zigarette zur Raucherentwöhnung vorgestellt. Eine neuseeländische Studie habe eine künstliche Zigarette entwickelt, die Nikotin an den süchtigen Raucher abgibt. Dafür soll der Qualm aber eben keine weiteren gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten und damit das Risiko für Krebs und andere Folgeprobleme der Nikotinabhängigkeit verringern. Ob man damit wirklich Nichtraucher werden kann ?

Donnerstag, 31. Januar 2008

Häufige Unfälle von Erwachsene sollten an ADHS denken lassen

Erneut bestätigt eine wissenschaftliche Studie, dass häufige schwere Unfälle (z.B. schwere Verkehrsunfälle) häufiger mit einer neurobiologischen Veranlagung für das Hyperkinetische Syndrom einhergeht. Unfälle und das Risiko für ADHS im Erwachsenenalter. Da gerade schwere Unfälle (einschliesslich mehr Todesfälle) mit diesem Syndrom vergesellschaftet sind, empfehlen die Autoren bei Patienten mit wiederholten Unfällen ein Screening für ADHS zu machen. Eine interessante Vorstellung wäre also, wenn in der chirurgischen Ambulanz neben der Frage nach der letzten Tetanus-Impfung bei "Stammgästen" auch ein ADHS-Screening empfohlen würde...

Mittwoch, 30. Januar 2008

Animationen zur Gesundheit Der Mensch in 3-D

Vom ZDF gibt es eine nett gemachte Animation zur Antatomie des Menschen. Hier kann man in interaktiver Form Gesundheitsinformationen anschaulich dargestellt kennenlernen und sich in der Unterabteilung zum Gehirn u.a. auch über Depressionen, Migräne oder Parkinson informieren.

Interaktiv Der Mensch in 3-D

Von Übergewicht und Fettleibigkeit

Für einen Tag haben also die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie dem geneigten Bundesbürger deutlich gemacht, dass 2/3 der Männer und 50.Prozent der Frauen übergewichtig sind. Jeder 5. leidet unter Fettleibigkeit, was die Mediziner etwas freundlicher als Adipositas bezeichnen.
Erschreckend ist dabei, dass junge Mädchen immer noch zunehmend untergewichtig werden und die Magersucht droht. Was ja scheinbar paradox erscheint. Dabei wissen wir, dass Diäten häufig der Einstieg in das Übergewicht sind. Schon allein, weil die natürliche Kontrolle von Sättigung und Hunger immer weiter verlernt wird. Wir orientieren uns eben nicht mehr an den körpereigenen Signalen, sondern an äußeren Wertevorstellungen oder Verhaltensnormen. Mit desolaten Folgen. Möge Beratung zum Essverhalten" auch wirklich angenommen werden und nicht als Eintagesnachricht verpuffen.

Sonntag, 27. Januar 2008

Von Spätmenschen und Langschläfern

In einer Pressemitteilung über Schlafprobleme in der Winterzeit von Spätaufstehern = Spätmenschen oder Langschläfern in der Frankfurter Neue Presse Online habe ich gelesen, dass es sogar einen eigenen Verein für die Menschen mit einem verlagerten Schlafrhythmus gibt. Bei uns in Klinik haben ADHS-Patienten sehr häufig diese Problematik. Dabei scheinen sie weit schwieriger einen geregelten Rhythmus entwickeln zu können bzw. weit empfindlicher auf Veränderungen der Lichtverhältnisse beim Wechsel der Jahreszeiten zu reagieren. Bisher wird aber diese Form der Schlafstörung noch wenig beachtet. Wir haben dabei ganz gute Erfahrungen mit Melatonin bei Schlafproblemen gemacht, aber auch eine Lichttherapie kann hilfreich sein.

 
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