Montag, 24. September 2012

Aderlass bei Bluthochdruck : Mittelaltermedizin versus Antihypertensiva ?

Studie der Charite
Manchmal reibe ich mir die Augen, wenn ich die Medizin-Nachrichten lese. Aderlass wird von einem Team von Ärzten der Berliner Charité als neue alte Methode bei Patienten mit Bluthochdruck untersucht. Vier mal 300 ml Blut werden den Patienten abgezapft, u.a. um einen möglicherweise erhöhten Eisenspiegel zu senken.

Das erinnert mich an meine Anfänge als Arzt im Praktikum im Kreiskrankenhaus Aurich in der Inneren Medizin. Da gehörte Aderlass auch zu den Behandlungen, die wir zur Schlaganfallbehandlung und eben bei erhöhtem Blutdruck regelmässig einsetzten. Heute bin ich mir nicht ganz so sicher, ob wir das aus medizinischen oder eher gärternischen Gründen gemacht haben. Angeblich soll der Stationspfleger mit dem gezapften Blut seine Rosen gedüngt haben.... Wahrscheinlich nur ein urbanes Märchen.

Was ich aber gar nicht so schlecht finde : Alte Therapieverfahren werden neu untersucht. Wer weiss, vielleicht ist einmal Aderlaß wie zu Zeiten der Quacksalber im Mittelalter genauso wirksam wie die heutigen Sartane, ACE-Hemmer oder Betablocker ?

Ich glaube es zwar nicht, bin aber auf die Ergebnisse gespannt.
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