Mittwoch, 25. April 2007

Medizin und Selbstheilung

Die Latenten Talente haben einen wunderbaren Spruch aus der Webseite der Süddeutschen Zeitung in den Blog genommen
Medizin ist die Kunst,
den Patienten die Zeit zu vertreiben,
während der Körper mit der Selbstheilung beschäftigt ist.


Wohl wahr. Wobei besonders Krankenschwestern hier vermutlich als wahre (Lebens-)künstler zu würdigen wären. In meinen Anfangsjahren habe ich als Student häufig als Nachtwache bzw. im Pflegedienst gejobbt und habe dabei natürlich gelernt und wertgeschätzt, dass Krankenschwestern weit mehr als Zeitvertreib für die Patienten leisten. Sie verhindern vor allem, dass die Ärzte zu grossen Schaden an den Patienten anrichten können...

Unter diesem Blickwinkel muss man kritisch anmerken, dass Heilpraktiker vielleicht die bessere Show in Sachen Suggestion von Selbstheilung anbieten (und sich gut bezahlen lassen), seltener aber eben irgendeiner Kunstkontrolle unterworfen sind. Sie haben definitiv das cleverere Geschäftsmodell. In aller Regel geht man ja zu einem Therapeuten, wenn die Not am grössten ist. Wenn man teuer bezahlt, muss es gut sein. Wenn dann die Zeit ins Land verstreicht, bessern sich die meisten Zimperlein und Befindlichkeitsstörungen (mit was Ernstem geht man eh zum Arzt seines Vertrauens). Hilft nun der Heilpraktiker war es sein oder ihr Erfolg. Wenn nicht, wird zum nächsten Mittelchen oder dem nächsten Verfahren geraten.Interessant sind dabei die Titel der Kunstwerke. "Orthomolekular", "esogetisch" oder ähnliche "Titel" rechtfertigen an sich schon den Besuch diese Happenings. ..Heilpraktiker sind also eher freischaffende Künstler, während sich Ärzte ja gerne in irgendwelchen Kammern organisieren. Von Künstlern mag es gute und weniger gute geben. Wobei ich sowohl bei den Ärzten wie auch den Selbstheilungskünstlern eben so ungern an einen schlechten geraten würde. Wenn mir ein Kunstwerk nicht gefällt, gehe ich in einer Ausstellung weiter. Neulich habe ich in irgendeinem blog (den ich leider natürlich nicht wiederfinde) gelesen, wie eine Journalistin da verschiedene Quacksalber in diesem Bereich aufgesucht und die "Diagnosen" verglichen hat. Mit 600 bis 700 Euro war sie dabei. Und war danach kränker als jemals zuvor. Gottlob war sie kerngesund und es war halt nur eine (journalistischer) Kunstübung. Bleiben Sie also besser gesund und halten sich von Ärzten und selbsternannten Heilern fern.
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