Dienstag, 17. April 2007

Qualität von Informationen zur Gesundheit im Internet

Immer mehr Menschen suchen vor oder nach einem Arztbesuch nach Informationen zu Krankheiten oder ihren individuellen Beschwerden im körperlichen wie psychischen Bereich im Internet. Meist zunächst über Suchmaschinen wie Google, dann vielleicht gezielter in Gesundheitsportalen. Dabei ist die Auswahl der dort verfügbaren Informationen leider nicht selten von den Auftragsgebern und damit Finanzquellen abhängig (z.B. im Bereich erektiler Dysfunktion, bestimmter Asthmabehandlung etc) und weniger auf Grundlage der allgemeinen Informationsbedürftigkeit oder Häufigkeit von Erkrankungen. Erst in jüngerer Zeit haben dagegen Fachgesellschaften wie z.B. die Psychiater und Neurologen, Kinderärzte, Frauenärzte oder Internisten sich mit fachlich hochstehenden Informationen an die Allgemeinheit gewandt. Einzelne Ärzte sind mit ihren Fachinformationen ebenfalls zunehmend aktiv, dagegen sind Blogs als Medium im Bereich Gesundheitsinformation noch relativ unentdeckt.

Wie findet und bewertet man die Qualität von Informationsangebote zur Gesundheit im Medium Internet aus dem Bereich Medizin bzw. Gesundheitsfragen möglichst objektiv? Diese Frage ist sowohl für Patienten wie auch ihre Ärzte zunehmend schwieriger zu beantworten.

Natürlich sind dazu sehr unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Sowohl international wie auch im deutschen Rahmen wurden dazu "Normen" entwickelt, die aber für sich genommen noch kein Garant für unabhängige und korrekte Fachinformationen darstellen.

Vermutlich die höchste Akzeptanz unter Webseitenbetreibern im medizinischen Bereich haben die HON-Kriterien . Dagegen sind nationale Versuche (z.B. AFGIS) oder ehemalige Projekte wie Medcircle mehr oder weniger Totgeburten geblieben. Der Bereich Patienteninformation zu Gesundheit ist aber eben nicht allein von den im Link genannten Kriterien festzumachen. Die Patienten (bzw. ihre Ärzte) müssen diese Informationen im Dschungel von Webseiten bzw. kommerziellen Portalen und Anbietern mehr oder weniger fragwürdiger Produkte und Dienstleistungen (z.B. Nahrungsergänzungsmitteln) auch finden und als seriös einordnen können. Medienkompetenz im Bereich Gesundheitsinformationen ist da nicht so einfach zu erwerben.

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