Dienstag, 1. Mai 2007

Werbung macht Kinder dick

Es wird schon seine Gründe haben, warum die Werbeindustrie bevorzugt auch im Kinderprogramm Werbung für Süssigkeiten und "Lebensmitteln" für Kinder plaziert. Während wir zwischenzeitlich Werbung für Zigaretten im Kinder- und Jugendprogramm "bannen" (aber leider immer noch DSDS mit einem nervenden Sponsor für Alkohol) die Zielgruppe Jugendliche beeinflusst, wird selten an die Folgen von Werbung auf die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas geachtet.

Dabei sind die Zusammenhänge vielfältig und ziemlich gut bekannt. Übergewichtige Kinder fallen u.a. dadurch auf, dass sie seltener Frühstücken (oder dies vor dem Fernseher machen), sich weniger bewegen und häufiger vor der Glotze sitzen.

Eine Untersuchung der Universität Liverpool zeigte jetzt, dass Kinder mit Übergewicht / Adipositas nach einem Werbespot doppelt so viel Essen zu sich nahmen, wie gesunde Kinder. Hierzu wurden 60 Kinder zwischen 9 und 11 Jahren ausgewählt, denen man entweder eine Werbung für Essen / Süssigkeiten oder Spielzeug zwischen Cartoons zeigte.

Die zusätzliche Nahrungsaufnahme war deutlich höher nach der Werbung für Lebensmittel, wobei eben Kinder mit vorbestehendem Übergewicht / Adipositas signifikant mehr zu sich nahmen (134% bei Adipositas, 101 bei Übergewicht gegenüber 84 % bei normalgewichtigen Kindern).

Wenn man den Kids verschiedene Lebensmittel mit unterschiedlichem Fettgehalt anbot wählten die Adipositas-Kinder überwiegend Angebote mit hohem Fettgehalt (wie z.B. Schokolade), während übergewichtige Kinder auch Angebote mit etwas geringerem Fettgehalt wie z.B. Bonbons wählten.

Eigentlich müsste man so konsequent sein und neben Alkohol- und Zigarettenwerbung auch Werbung für ungesunde Lebensmittel und Süssigkeiten aus dem Kinderprogramm zu verbannen. Die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht und Adipositas im Kinder sind lange bekannt, aber vermutlich wird die Werbelobby eine entsprechende Beeinflussung mal wieder abstreiten.
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