Dienstag, 27. September 2011

Computerspiele und Depressionen : Nicht Schlafen macht depressiv

Eine neue Studie der Uni Basel stellt einen interessanten Zusammenhang zwischen Onlinespielen bzw. zu starker Mediennutzung und Depressionen her . Während gerade gestern in den Medien noch von einer so erschreckenden Zunahme von angeblicher oder realer Onlinesucht gesprochen wurde, ist diese Studie doch differenzierter. So spielt nicht die Dauer des "Zockens" im Internet bzw. vor der Konsole die entscheidende Rolle. Vielmehr ist die Tages- bzw. besser Nachtzeit entscheidend. Eine Beobachtung, die ich aus der Klinik bestätigen kann. Wenn der Tag-Nacht-Rhythmus und die damit verbundene Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin durch das künstliche Licht des PC unterdrückt bzw. verschoben wird, fehlt es nicht nur an Schlaf zum Wachwerden. Vielmehr ist dann die "Sortierfunktion" des Gehirns für die Verarbeitung von emotionalen Erlebnissen des Tages bzw. des Lebens gestört.

Ich stelle mir das wie ein Schwimmbecken vor, in das über den Tag die Erlebnisse wie Schwebeteilchen zu Boden sinken. In der Nacht müsste nun eine Art Putzrobober ausreichend lange und tief abtauchen und sauber machen. Dies gelingt aber nicht, wenn man eben die ganze Nacht vor dem PC sitzt.

Die Folge ist, dass das Becken verschlackt. Der Dreck bleibt liegen. Und wird dann in Form von "Depressionen" bei neuen Anforderungen, Kritik oder Erschütterungen wieder aufgewirbelt.
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