Montag, 8. Oktober 2012

Antidepressiva bei Patienten mit Depressionen und Demenz

Der Einsatz von Medikamenten in der Gerotopsychiatrie, also bei älteren Menschen mit Demenzerkrankungen bzw. Depressionen oder Angststörungen, stellt für die Hausärzte bzw. Psychiater eine besondere Herausforderung dar.

Ältere Menschen müssen in aller Regel noch eine ganze Menge weiterer Medikamente nehmen, zudem ist die Verstoffwechselung der Medikation anders als bei den "Normpatienten", bei denen im Testlabor bzw. den Zulassungsstudien die Medikation ausprobiert wurde.

Zudem muss man berücksichtigen, dass die Medikamente selber wiederum Nebenwirkungen haben können, die den zu erwartenden Nutzen bei der Depression oder Demenz in Frage stellen bzw. relativieren.

Relativ häufig versucht man als Arzt sog. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Paroxetin oder Sertralin bei älteren Menschen einzusetzen. Hauptsächlich weil die Verträglichkeit relativ gut ist und die Wirksamkeit gut ist

Mirtazapin (Remergil®) ist ein weiteres, relativ gerne eingesetztes Antidepressivum, das gerade wegen einer eigentlich als Nebenwirkung anzusehenden verstärkten Müdigkeit bzw. schlafanstossenden Wirkung gerne verwendet wird.

Nun wurde aber bei einer neuen Studie festgestellt, dass diese beiden Antidepressiva in der Wirkung bei gerontopsychiatrischen Patienten und Patientinnen mit Depression und Demenz eben gerade keinen Nutzen hatten, d.h. gegenüber einer Scheinbehandlung mit Placebo keinen Nutzen sondern nur Nebenwirkungen erbrachte. Mehr zur Studie
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