Freitag, 5. Oktober 2012

Hypochondrie: Wenn Angst vor Krankheiten krank macht

Angst vor Krankheiten bezeichnet man dann als Hypochondrie, wenn es zu einem übermässigen Rückversicherungsverhalten mit wiederholten Aufsuchen verschiedenster Ärzte wegen scheinbar unklarer körperlicher Beschwerden kommt. Eine neue Studie untersucht nun eine Kurzzeittherapie für Hypochondrie-Patienten.

Einerseits achten Patienten mit Krankheitsängsten verstärkt auf eigentlich mehr oder weniger normale Körperreaktionen, die sie aber aufgrund einer Anspannungs- oder Alarmsituation (und wer hat nicht mal Stress) in einen falschen Zusammenhang mit einer schlimmen Erkrankung sehen. Sie suchen einen Arzt auf, der dann aber eben "nichts findet". Dennoch sind aber die Beschwerden da, auch wenn vielleicht kurzzeitig das Arztgespräch beruhigt. In der Folge fallen aber immer mehr Beschwerden auf, die dann vom Arzt aber eben weiterhin nicht erklärt werden können. Was zur Verunsicherung und Alarmierung und damit Aktivierung des vegetativen Nervensystems führt.

In der Therapie lernen die Patienten nun die fehlgeleitete Aufmerksamkeit neu zu lenken. Neben diesem Aufmerksamkeitstraining mit der Zielsetzung der Wahrnehmunglenkung weg vom Körper hin zu Aussenreizen in der Umgebung stehen Fehlannahmen (Kognitive Fehlüberzeugungen bzw. Katastrophisierung) und eine sog. Konfrontationstherapie im Angebot. Dabei werden die Patienten ihren Ängsten direkt ausgesetzt.

Schon nach 3 von insgesamt 15 Sitzungen in der Studie ist eine deutliche Besserung zu erkennen. Die Studie an der Uni Frankfurt läuft noch bis 2013, ähnlich gehen aber letztlich alle Verhaltenstherapeuten in der Therapie von Angst bzw. eben Gesundheitsängsten vor.
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