Samstag, 25. Januar 2014

Sturzrisiko bei SSRI im Pflegeheim

Eine erneute Meta-Analyse beschäftigt sich mit dem Thema Sturzrisiko unter der antidepressiven Behandlung mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) bei ältern Patienten gerade in einem Altersheim oder sonstige Pflegeeinrichtungen.

Ein Sturz im Alter bedeutet häufig ein sehr hohes Risko für einen Knochenbruch wie eine Oberschenkelhalsfraktur oder sonstige schwere Komplikationen. Schön länger war bekannt, dass die "älterne" tricyclischen Antidepressiva ein erhöhtes Sturzrisko haben. Schon allein, weil sie fast immer einen sedierenden Effekt haben, d.h. müde machen (siehe auch hier). Das müsste dann auch für die leider immer noch zu häufig eingesetzten Neuroleptika gelten....

Daher werden der ein oder andere Psychiater eben zu den SSRI gegriffen haben, die als antriebsneutral bzw. sogar aktivierend gelten und auch hinsichtlich Nebenwirkungen am Herzen und in Hinblick auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eigentlich gut für ältere Menschen geeignet sein müssten.

Leider zeigen sich aber in den Untersuchungen, dass auch unter den SSRI-Antidepressiva das Sturzrisiko hoch bleibt. Es mag sein, dass es eben auch ein Selektionsphänomen ist, weil man hier speziell multimorbid erkrankte Senioren ausgewählt hat, die auch für sich genommen ein hohes Sturzrisiko haben. Aber dennoch ist es eben bei der Auswahl der Medikation zu berücksichtigen. 
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