Donnerstag, 11. Oktober 2012

Burnout bei Krankenschwestern erhöht Infektionsrisiko

Als Arzt weiss man, dass ein Krankenhaus in wesentlichen Abteilungen wie der Notaufnahme und der Intensivstation mit der Laune und der Leistungsfähigkeit der Krankenschwestern und Pfleger lebt. Ich selber hätte damals als Arzt im Praktikum sicher ohne die Hilfe der erfahrenen Pflegekräfte meine Dienste nie im Leben bewältigt.

Nun ist aber angesichts der zunehmenden "Ökonomisierung" im Krankenhauswesen mit den Privatisierungen bzw. Zusammenschluss zu Grosskonzernen auch eine Pflegenotstand eingetreten. Qualifizierte Pflegekräfte sind rar und die Arbeit verdichtet sich. Nicht zuletzt ist also ein Burnout bzw. Depressionen bei Krankenschwestern (und natürlich auch Ärzten) ein grosses Problem.

Eine aktuelle Untersuchung zeigte jetzt, dass dies auch für die Patienten lebensgefährlich werden kann. Die Rate an Krankenhausinfektionen steigt ganz erheblich mit dem Krankenstand bzw der Burnout-Quote des Personals.

Eine Steigerung der Burnout-Quote um je 10 Prozent führte dazu, dass 1 von 1000 Patienten jeweils mehr chirurgische Wundprobleme bzw. Entzündungen des Harntraktes wie Blasen- oder Nierenentzündungen bekam. Das kostet dann auch richtig Geld.


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