Mittwoch, 3. Oktober 2012

Nebenwirkungen von Medikamenten melden

Na ja. Eigentlich bin ich sehr dafür, dass Patienten frühzeitig unerwünschte Nebenwirkungen bzw. Probleme mit Medikamenten melden. Eine Möglichkeit, sich als Patient frühzeitig an die Zulassungsbehörden zu wenden, gibt es mit einer Onlineeingabe vom zuständigen Amt hier

Unerwünschte Effekte bzw. Probleme mit Medikamenten sollte man melden.
Und zwar bei ihrem Arzt. Sofort. Nur der Arzt kann doch mit entscheiden, was man jetzt tut bzw. ob es einen wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und der Medikamenteneinnahme gibt.
Ich erlebe es beispielsweise häufiger, dass Nebenwirkungen angeblich unmittelbar nach der Einnahme auftreten sollen. Also 2-5 Min nach dem Schlucken der Tablette. Das ist pharmakologisch unmöglich, psychotherapeutisch aber relevant. Hier ist meist die Aufklärung bzw. die Entscheidung Für oder Wider der Tabletteneinnahme nicht gut erfolgt.

Dann erlebt man es, dass die Tabletten unregelmässig eingenommen werden. Was auch gerade bei Psychopharmaka und speziell Antidepressiva keine wirklich gute Idee ist. Einfach, weil für eine Wirkung ein ausreichender Wirkspiegel erforderlich ist.

Inzwischen habe ich so meine Probleme mit den Beipackzetteln und ich kann mir gut vorstellen, dass diese eigentlich ja gute Idee zur Steigerung der Arzneimittelsicherheit wieder Patienten verschreckt und bereitwilligst in die Hände der "Naturheilanbieter" treibt. Deren "Medikamente" sind ja keine Medikamente, sondern meist Nahrung. Also werden sie gar nicht auf Nebenwirkungen getestet. Und haben daher auch keine.

Was natürlich Quatsch ist.
Nebenwirkung von nicht eingenommenen Medikamenten ist das Fortschreiten der Erkrankung bzw. das Beibehalten eines offenbar als krank empfundenen Zustandes. Darüber spricht man aber irgendwie zu selten.
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