Sonntag, 7. Oktober 2012

Rückfallprophylaxe bei Depressionen

In der Behandlung von depressiven Episoden spielt eigentlich die Rückfallprophylaxe fast eine grössere Rolle als die eigentliche Behandlung der depressiven Symptomatik.  Auch wenn heute die Rolle der biologischen Veranlagung ("endogene Depression") vielleicht eine etwas geringere Bedeutung hat, so sind doch familiäre Disposition für wiederkehrende depressive Episoden ebenso wie beispielsweise zirkadiane Faktoren einschliesslich jahreszeitlicher Schwankungen der saisonalen Depression relevant.

Eine canadische Studie schaute jetzt, welche Faktoren daneben für die Langzeitprognose bei Depressionen eine Rolle spielen.

Nebenbei interessant fand ich, dass Einwanderer in Canada dabei eine bessere Prognose hatten, dies also ein schützender (protektiver Faktor) war. Zu den Problemen beitrugen aber :
- tägliches Rauchen !
- vorhergehende depressive Episoden
- geringe Selbstwirksamkeit

Unter der geringen Selbstwirksamkeit (engl hier als "mastery") versteht man die Einstellung oder Überzeugung, dass die eigenen Lebensumstände nicht durch eigenes aktives Handeln bzw. vorausschauend (proaktiv) veränderbar ist. Das geht dabei über die typischen Gedankenverzerrungen der negativen Gedanken bei Depressionen bzw. "Denkfehler" hinaus.

Für die Therapie muss es daher zukünftig auch stärker darum gehen, diese Selbstwirksamkeit anhand erreichbarer Erfolge im Alltag spürbar und dann verallgemeinbar zu machen. Neben der abstrakten Veränderung von Gedanken (kognitive Therapie) spielt hier häufig im Kliniksetting die Ergotherapie bzw. überhaupt kreative Therapieangebote und auch Sport eine grosse Rolle. Eine Herausforderung, die man zuvor noch nicht schaffte zu bewältigen, wäre da im Bereich Sport und Bewegung eine gute Therapie.
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